Die älteste Stammreihe der Familie


Einer alten Urkunde nach soll ein gewisser Bernhardus de Bassewitz im Jahr 1254 Zeuge gewesen sein, als Bischof Friedrich von Ratzeburg der Wismarer Heiligen-Geist-Kirche verschiedene Privilegien erteilte. Die Existenz und der Inhalt dieser Urkunde wurden zwar noch im Jahr 1900 vom Gotha beglaubigt, dennoch ist ein solches oder ähnliches Schriftstück heute nicht mehr aufzufinden. Es scheint auch nie eine Abschrift produziert worden zu sein. Jedenfalls ist ein fachwissenschaftlicher Beweis für Bernhardus de Bassewitz nun nicht mehr möglich, zumal in den Wirren des zweiten Weltkrieges und der sich unmittelbar anschließenden Jahre viel urkundliches Material, das mit besagtem Dokument in Zusammenhang hätte stehen können, unwiederbringlich verloren ging.

Nichtsdestotrotz gilt Bernhardus de Bassewitz nachwievor als Begründer der Bassewitzschen Stammtafel, die von Barthold v. Bassewitz (XVI.Gen., Gothaische Linie) im Jahr 1862 erstellt wurde und seitdem durch die Arbeit des Familienverbandes ergänzt wird. Dieser Stammtafel nach werden die urkundlich erwähnten Brüder Johann und Claus als Söhne des apokryphen Bernhardus vermutet. Diese beiden Brüder werden in einer Urkunde von 1319 zugleich mit den Gebrüdern Henning, Gottschalk und Gerd genannt. Aus dem Text soll hervorgehen, daß es sich bei den letztgenannten um die Söhne von Johann handelt.

Aus anderen Urkunden geht hervor, daß die Bassewitzen schon in jener Zeit ein angesehenes Geschlecht auf reichlichem Grundbesitz im Umkreis von Wismar und Rostock waren. Diese Tatsache gibt zumindest Grund zur Annahme, daß die Familie wohl schon eine Zeitlang im Lande ansässig gewesen sein muß. Die besagten Urkunden betreffen vorwiegend gewisse Rechtsgeschäfte wie Belehnung, Kauf, Pacht oder Verpfändung von ländlichem Grundbesitz, Erbteilungen oder Zeugen bei diesen Vorgängen. Aus spärlichen Angaben von Vater und Sohn, Brüdern oder Vettern haben die Familienforscher dann mühsam die Glieder der ältesten Stammreihe zusammengetragen.

Aber auch bei bestem Wissen und Gewissen konnte in einzelnen Fällen nur noch derart spekuliert werden, daß man die Abstammung des einen vom anderen nur noch aufgrund der Tatsache vermutete, daß es damals jahrhundertealter Brauch war, einen Jungen nach dessen Großvater zu benennen. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts, etwa 1355, in der IV.Gen. der vorbezeichneten Stammtafel, haben sich die in Mecklenburg angesessenen Bassewitzen in zwei Hauptlinien geteilt, deren gemeinsamer Ursprung nicht nur das gemeinsame Wappen, sondern auch diverse Erbverträge beweisen. Die Wendische Hauptlinie hatte Grundbesitz im Bereich des historisch so benannten Wendischen Fürstentums, also des ostmecklenburgischen Landesteils, die Mecklenburgische Hauptlinie im Gebiet des eigentlichen Herzogtums Mecklenburg, nämlich in Hohenluckow bei Bützow sowie südwestlich und südlich von Wismar.




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